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Dazu nehmen wir das eigene Rennrad, Triathlonrad oder Mountainbike, die Pedale, Schuhe und Radsachen mit in das Speisinger Spital. Optimalerweise haben wir beim Bike anhand der klassischen Methode (BB Special Part 1) unsere Sitzposition so gut es ging ermittelt und nach mehreren längeren Probefahrten fein justiert. Da im Zuge der Untersuchung nur zwei Probeläufe aufgezeichnet werden, sollte der Athlet mit seiner erprobten Position beginnen, um schon nach der ersten Analyse wichtige Erkenntnisse zu erfahren.
Es gibt keine standardisierte Sitzposition. Jeder Athlet muss den für ihn besten Kompromiss finden. Daher sind die folgenden Ratschläge nur als Richtlinien zu verstehen!
1. Muskelfunktionstest
Die wissenschaftlich fundierte Sportanalyse beginnt mit einem eingehenden Muskelfunktionstest. Hierbei werden auf individuelle körperliche Gegebenheiten, Muskelverkürzungen, Gelenkswinkel und Verletzungen überprüft, um diese in die Analyse mit einfließen zu lassen.
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2. Technische Vorbereitung
Während des Muskelfunktionstest wird das Fahrrad absolut waagrecht auf einer Walze eingespannt und mit Reflektoren versehen. Anschließend werden die wichtigsten Fixpunkte (Sattel, Pedalachse und Lenker) dreidimensional vermessen. Ebenso werden am Radfahrer die notwendigen Mess- und Drehpunkte wie Schuhspitze, Fersenmitte, Knöchel, Kniegelenk, Ellenbogen, Hüfte, Rücken und Schultern mit den Reflektoren markiert.
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3. Biomechanische Untersuchung (3d motion capture) & Analyse
Nach dem Warm-up und einem technischen Check beginnt die eigentliche Messung. Der Radfahrer tritt ca. eine halbe Minute lang, knapp unterhalb seiner Schwellenleistung in die Pedale. Dabei zeichnen und Kameras die Körperhaltung und Bewegungen aus unterschiedlichen Winkeln auf. Der Computer erzeugt eine dreidimensionale Rekonstruktion der Bewegung. Es geht vor allem um den Bewegungsablauf und die Symmetrie: Werden die Knie beim Treten gerade geführt? Bleibt das Becken ruhig? Wie weit ist der Oberkörper vorgebeugt? Stimmt der Kniewinkel?
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Ergebnisse der ersten Untersuchung liegen bereits nach wenigen Minuten vor, die Details werden mit dem Kunden besprochen und notwendige Änderungen (z.B. Sattel höher, Cleat-Winkel steiler, Lenker tiefer) durchgeführt. Es folgt eine weitere Messung knapp unterhalb der Schwellenleistung inklusive Auswertung. Auf Basis der aus beiden Testläufen ermittelten Daten beginnen die Sportwissenschafter mit der finalen Analyse und produzieren eine Multimedia-CD, während der Radfahrer sich duscht und umzieht.
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4. Abschlussgespräch, Empfehlungen & CD-Übergabe
Das Kernstück der Radanalyse ist das finale Gespräch mit dem Spezialisten, der dem Kunden die Ergebnis-Grafiken erläutert, Ergebnisse interpretiert und Empfehlungen gibt.
In meinem Fall nahm das Becken in der ersten Aufnahme eine ruhige und zentrale Position ein. Die Kniebewegung wies beidseitig eine Schlaufenbildung nach außen auf und die Fersen waren zu sehr nach innen gedreht. Außerdem war aufgrund einer zu geringen Sitzhöhe der Kniewinkel suboptimal.
Bei der zweiten Aufnahme wurde der Sattel um zwei Zentimeter nach oben und einen Zentimeter nach vorne versetzt. Die Kniewinkel haben sich verbessert und lagen annähernd im optimalen Bereich von 150-155 Grad, die Hüfte blieb stabil und ruhig. Außerdem wurde mir empfohlen, die Cleats umzuschrauben, damit die Füße parallel zum Rad geführt werden und mehr auf die Kniebewegung zu achten.
Neben den Videos der beiden Analysen sind auf der CD folgende Auswertungen enthalten:
In meinem Fall nahm das Becken in der ersten Aufnahme eine ruhige und zentrale Position ein. Die Kniebewegung wies beidseitig eine Schlaufenbildung nach außen auf und die Fersen waren zu sehr nach innen gedreht. Außerdem war aufgrund einer zu geringen Sitzhöhe der Kniewinkel suboptimal.
Bei der zweiten Aufnahme wurde der Sattel um zwei Zentimeter nach oben und einen Zentimeter nach vorne versetzt. Die Kniewinkel haben sich verbessert und lagen annähernd im optimalen Bereich von 150-155 Grad, die Hüfte blieb stabil und ruhig. Außerdem wurde mir empfohlen, die Cleats umzuschrauben, damit die Füße parallel zum Rad geführt werden und mehr auf die Kniebewegung zu achten.
Neben den Videos der beiden Analysen sind auf der CD folgende Auswertungen enthalten:
- Video Vergleich vorne, links, hinten und rechts
- Geometrie-Werte (Knieüberstand, Knieauslenkung, Rahmengeometrie)
- Ergebnis-Grafiken (Schulterbewegung, Rücken, Becken, Knie & Fuß)
- Rad-Trainings-Techniken inkl. Videoclips
- Dehnungs-Techniken inkl. Videoclips
- Interpretation der Ergebnisse und Empfehlungen
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5. Mein persönliches Resümee
Aufgrund von Druckproblemen im Dammbereich fuhr ich bis dato auf niedrigen 73 cm Sitzhöhe. Mit dem 2Peak Excel-Berechnungstool (aus Part 1) kam ich auf 74,4 cm +/- 1 cm je nach individueller Vorliebe, traute mich aber dennoch nicht höher zu gehen.
In Speising wurde der Sattel dann auf 75 cm hochgestellt und fast einen Zentimeter nach vorne vorgerückt. Außerdem habe ich meine Pedalplatten so umgeschraubt, dass die Füße nun parallel geführt werden. Dadurch hat sich mein Problem mit der Knie-Schlaufenbildung, dessen ich mir gar nicht bewusst war, von selbst gelöst. Während der ersten Probefahrten spürte ich wieder einen erhöhten Druck im Dammbereich und reduzierte die Sattelhöhe auf 74,5 cm.
Mittlerweile bin ich mit dem Setup über 1.000 Kilometer unterwegs und sehr zufrieden. Die Kraftübertragung aufs Pedal hat sich verbessert und die Knieschmerzen bergauf gehören der Vergangenheit an. Außerdem weiß ich nun, dass ich theoretisch bis mindestens 75cm mit dem Sattel hinausgehen kann und mein Rücken und Becken während voller Belastung ruhig bleiben.
Plan für die Zukunft: Ich werde jetzt alle paar Wochen die Sitzhöhe millimeterweise erhöhen, da sich der Körper vermutlich schrittweise anpassen wird. Sobald es wieder unangenehm wird, gehe ich wieder eine Stufe zurück, und dann sollte ich meine individuell optimale Position gefunden haben.
In Speising wurde der Sattel dann auf 75 cm hochgestellt und fast einen Zentimeter nach vorne vorgerückt. Außerdem habe ich meine Pedalplatten so umgeschraubt, dass die Füße nun parallel geführt werden. Dadurch hat sich mein Problem mit der Knie-Schlaufenbildung, dessen ich mir gar nicht bewusst war, von selbst gelöst. Während der ersten Probefahrten spürte ich wieder einen erhöhten Druck im Dammbereich und reduzierte die Sattelhöhe auf 74,5 cm.
Mittlerweile bin ich mit dem Setup über 1.000 Kilometer unterwegs und sehr zufrieden. Die Kraftübertragung aufs Pedal hat sich verbessert und die Knieschmerzen bergauf gehören der Vergangenheit an. Außerdem weiß ich nun, dass ich theoretisch bis mindestens 75cm mit dem Sattel hinausgehen kann und mein Rücken und Becken während voller Belastung ruhig bleiben.
Plan für die Zukunft: Ich werde jetzt alle paar Wochen die Sitzhöhe millimeterweise erhöhen, da sich der Körper vermutlich schrittweise anpassen wird. Sobald es wieder unangenehm wird, gehe ich wieder eine Stufe zurück, und dann sollte ich meine individuell optimale Position gefunden haben.
6. Finaler Check durch den Radsetup-Gott Max Renko
Vor der Veröffentlichung dieses Berichts wollte ich noch einen Experten-Rat einholen und fuhr mit meinem Rad und der ursprünglichen Sitzhöhe von 73 cm zu Max Renko.
Dieser, mit Lot, einem selbstgebastelten Kniewinkelmesser und Geo-Dreieck bewaffnet, folgerte nach zwei Minuten: "Auffe!" Wir steigerten die Sattelhöhe schrittweise und er fand, dass meine Kniewinkel bei 74,8 mm in der Mitte des optimalen Bereichs bei etwa 152 Grad wären. Drei Millimeter raus oder rein könne ich noch variieren, das würde in etwa +/- zwei bis drei Grad des Kniewinkels entsprechen.
Ende gut alles gut. Dass die Formel des 2PEAK bei mir so genau funktioniert hat ist wohl reiner Zufall - in jedem Fall aber ein guter Anhaltspunkt. Die Analysen und Empfehlungen von den Spezialisten des Orthopädischen Spitals Speising und auch von Max Renko kann ich jedem Radler nur ans Herz legen.
Dieser, mit Lot, einem selbstgebastelten Kniewinkelmesser und Geo-Dreieck bewaffnet, folgerte nach zwei Minuten: "Auffe!" Wir steigerten die Sattelhöhe schrittweise und er fand, dass meine Kniewinkel bei 74,8 mm in der Mitte des optimalen Bereichs bei etwa 152 Grad wären. Drei Millimeter raus oder rein könne ich noch variieren, das würde in etwa +/- zwei bis drei Grad des Kniewinkels entsprechen.
Ende gut alles gut. Dass die Formel des 2PEAK bei mir so genau funktioniert hat ist wohl reiner Zufall - in jedem Fall aber ein guter Anhaltspunkt. Die Analysen und Empfehlungen von den Spezialisten des Orthopädischen Spitals Speising und auch von Max Renko kann ich jedem Radler nur ans Herz legen.
Radanalyse im Orthopädischen Spital Speising
"Die Rechenwerte, die man über Formeln erhält, stellen meist eine gute Annäherung dar, berücksichtigen aber nicht die dynamischen Verhältnisse. Auch unsere Ergebnisse sehen wir nicht in ‚Stein gehauen' sondern sollen zur Optimierung beitragen. Der Luftwiderstandswert, die Kraftübertragung, die Hebelverhältnisse und die eigenen Vorlieben spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Eine individuelle Optimierung unter allen genannten Parametern würde den zeitlichen Rahmen, aber auch die Finanzierbarkeit sprengen.
Sollte sich der Sportler in der Wettkampfphase oder Vorbereitung befinden, so wird zwar auf die veränderte Sitzposition hingewiesen, jedoch sollte die Änderung erst nach der Wettkampfphase durchgeführt werden. Wenn eine massiv erhöhte Position empfohlen wird, kommt es oft zu einer Druckerhöhung im Dammbereich. Stellt sich die neue biomechanisch optimale Sitzposition als unangenehm heraus, sollte man wieder schrittweise zurückgehen oder die Neigung des Sattels verändern bis die individuell optimale Position gefunden wurde. Da dies erst während längerer Ausfahrten festgestellt werden kann, bleibt auch immer die Klebemarkierung am Sattelrohr, um die ursprüngliche Höhe wieder zu finden. Unsere Analyse zielt auf eine dynamische Evaluierung hin."
Sollte sich der Sportler in der Wettkampfphase oder Vorbereitung befinden, so wird zwar auf die veränderte Sitzposition hingewiesen, jedoch sollte die Änderung erst nach der Wettkampfphase durchgeführt werden. Wenn eine massiv erhöhte Position empfohlen wird, kommt es oft zu einer Druckerhöhung im Dammbereich. Stellt sich die neue biomechanisch optimale Sitzposition als unangenehm heraus, sollte man wieder schrittweise zurückgehen oder die Neigung des Sattels verändern bis die individuell optimale Position gefunden wurde. Da dies erst während längerer Ausfahrten festgestellt werden kann, bleibt auch immer die Klebemarkierung am Sattelrohr, um die ursprüngliche Höhe wieder zu finden. Unsere Analyse zielt auf eine dynamische Evaluierung hin."
Kosten:
Die Radanalyse kostet € 105,- (zwei Fahrräder € 190,-)
Rad- und Laufanalyse € 190,-
Rad- und erweiterte Laufanalyse€ 200,-
Termine:
Die Analysen finden jeweils ab 14:30 Uhr statt. Terminvereinbarungen zwischen 10:00 und 12:00 Uhr unter: +43 (1) 801 82 - 1122 oder unter
Fotos: Markus Kreiner
Text: NoPain
Die Radanalyse kostet € 105,- (zwei Fahrräder € 190,-)
Rad- und Laufanalyse € 190,-
Rad- und erweiterte Laufanalyse€ 200,-
Termine:
Die Analysen finden jeweils ab 14:30 Uhr statt. Terminvereinbarungen zwischen 10:00 und 12:00 Uhr unter: +43 (1) 801 82 - 1122 oder unter
Fotos: Markus Kreiner
Text: NoPain











































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