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Part 1: Die Online-Konfiguration

Einmalig sein, aus der Masse hervorstechen, anders sein als die anderen - mal ehrlich: Wer will das nicht?
US-Hersteller Trek hat dieses zutiefst menschliche Bedürfnis nach Abgrenzung, Hervorhebung bereits vor einem Jahrzehnt erkannt und "Project One" erfunden: Das eigene Fahrrad als Mittel, Eigenständigkeit zu erlangen, Originalität zu demonstrieren. Rahmendesigns, so individuell wie ihre Besitzer, Räder, so einzigartig wie ein Unikat - nicht mehr und nicht weniger verspricht das Custom-Programm des Großkonzerns. Die erste Ausbaustufe umfasste 10.000 Farb- und Grafikoptionen auf elf verschiedenen Rahmen-Modellen (Bike und Rennrad).
Mittlerweile hat Project One das nächste Level erreicht, und NoMan fragte nach: Wie individuell sind die Create-it-yourself-Räder wirklich, und wie weit wird der Begriff Custom gefasst? Ein Online-Test mit Reallife-Folgen, denn Selbstbeherrschung war der Chefredakteuse Sache noch nie ...
Part 1: Die Online-Konfiguration | Part 2: Die Vermessung | Part 3: Der erste Kontakt | Part 4: On the road | Part 5: Das Fazit


Rückblende: Vergiss Heidi

Schon einmal bin ich der Versuchung erlegen und habe mir ein Bike nach meinen Wünschen zusammengestellt. Und schon damals begann (endete aber auch noch) das Selberbau-Erlebnis dort, wo Endkunden üblicherweise kaum Mitspracherecht genießen: beim Rahmendesign. Treks Custom-Programm Project One machte es möglich, dass nach etlichen Stunden vor dem Online-Konfigurator plus einigen bangen Wochen des Wartens ein frech gepunkteter Traum in Weiß-Rot-Orange vor mir stand, der sich nur echten Kennern als Top Fuel 9.9 zu erkennen gab.
Die Werkstatt meines Vertrauens motzte das außergewöhnlich designte Frameset zu einem hinreißend anderen Race-Fully auf, und fortan war's um mich und meinen Pragmatismus in Bike-Belangen geschehen. "Heidi" war fröhlich, "Heidi" war bunt, "Heidi" war einmalig, "Heidi" war schön.
Daran hat sich bis heute nichts geändert. Und auch nicht an der Aufmerksamkeit, die dieses Bike auf sich zieht. "Ma, schau, so a scheens Radl!" habe ich mehr als einmal gehört, und lang ist die Liste derer, die es "sofort kaufen" würden, wollte ich mich von dem Carbon-Flitzer trennen. Will ich aber nicht. Ganz im Gegenteil. Ich will ihm ein weiteres Unikat zur Seite stellen ...





Trek Project One 2010

Mit dem Modelljahr 2010 hat Trek sein Custom-Programm Project One auf völlig neue Beine gestellt. Wesentlichste Neuerung: Die Realisierung der Kundenwünsche macht nun nicht mehr beim Rahmen-Design halt, sondern umfasst das komplette Bike. Angefangen von der Geometrie (wählbar sind drei Varianten, mehr dazu in Part 2) über Muster und Farbgebung des Rahmens bis zu den Anbauteilen (Schaltung, Bremsen, Laufräder, Lenker, Vorbau etc.) sind sämtliche Komponenten nahezu frei wählbar. Selbst Details wie die Farbe von Zughüllen und Lenkerbändern oder die Sattelbreite lassen sich individuell abstimmen. Die mathematische Kunst der Kombinatorik richtig angewandt, ergeben sich laut Trek 56 Millionen (!) Möglichkeiten, die vorhandenen Optionen zu variieren. Damit bietet der US-Konzern das weitreichendste Baukasten-System am Markt.

Einzigartig ist die Custom-Schiene aber nicht nur aufgrund ihres Umfangs sondern auch, weil sie die virtuellen Möglichkeiten mit dem echten Leben verbindet wie kein anderes Baukasten-System. Während anderswo Fachhandel und Internet beinahe auf Kriegsfuß stehen, verschränken sich bei Project One die Vorteile beider Welten: Online der Individualität freien Lauf lassen, konfigurieren, probieren und kalkulieren, beim Händler sodann fachkundigen Rat dazu einholen, perfektionieren, bestellen und "servicieren". Der Weg zum Traum-Bike ist also so einfach wie risikolos:
Schritt 1: Die Idee - Bike online zusammenstellen, Konfiguration an Trek-Händler freier Wahl senden
Schritt 2: Das Finish - Binnen 72 h Termin beim Händler erhalten, vermessen werden, Bestellung finalisieren und abschicken
Schritt 3: Die erste Fahrt - Fix fertig aufgebautes Bike nach 30-90 Tagen (abhängig vom Design) abholen, losfahren

Einziger Wermutstropfen des Relaunch: Um den gigantischen Lagerbedarf und organisatorischen Aufwand in bewältigbarem Rahmen zu belassen, sind derzeit nur die Rennräder Madone 6 und 5 sowie der Zeitfahrer Equinox TTX im Programm. Mountainbikes sollen folgen, wenn sich das Werkl eingespielt hat.

Die Probe aufs Exempel

Wie aber funktioniert die Sache nun wirklich? Sind die Möglichkeiten so mannigfaltig, wie es die Mathematik verspricht? Und rechtfertigt das Ergebnis den finanziellen Mehraufwand? Erste Antworten auf diese Fragen liefert ein Klick auf projectone.trekbikes.com.

Das prinzipielle Rahmenmodell ausgesucht und die Infos zu Technologie, Material und Geometrie des Bikes überflogen, beginnt via Auswahl eines Ausgangsbeispiels die eigentliche Konfiguration - und damit eventuell das Warten. 56 Millionen Kombinationsmöglichkeiten hochzuladen, kann eine Weile dauern. Gegebenenfalls zeigt sich Trek jedoch gewappnet und überbrückt den Vorgang mit entwaffnend charmanten Sprüchen:

"Entschuldigen Sie die Ladezeit, ihr Traumbike wird schneller sein."
"Bitte haben Sie etwas Geduld, während wir tausende von Optionen laden."
"Nur noch einige Sekunden, individuelle Anpassung ist eine Kunst."

Die erste Entscheidung, die es zu treffen gilt (wobei die Reihenfolge beliebig ist und sämtliche Schritte jederzeit wieder abgeändert werden können), betrifft das Farbschema. Zur Wahl stehen Signature- und Standard-Series. Letztere bietet fixe, aber von den Serien-Lackierungen abweichende Farbkombinationen ohne Aufpreis oder lange Wartezeit, da diese Rahmen bereits in Europa lagern. Erstere verkörpert die sprichwörtliche Qual der Wahl: Blitze, Flammen, Blumen, Karos, Haie, Nieten; Race-artige Designs oder schlichte Farb-Duette, knallige Kontraste oder dezente Ton-in-Ton-Lösungen, spektakuläre Hochglanz-Mischungen oder elegantes Matt - gegen einen Aufpreis von 424,98 Euro (Solid Outline) bis 2.198,99 (Warm Fire) gibt es zahlreiche Muster, deren Farbzusammenstellungen teils unveränderlich, teils völlig frei kombinierbar sind. Der Phantasie sind wenige Grenzen gesetzt, sofern man sich und seinen Geschmack in den grundsätzlich angebotenen Optionen wiederfindet. Nicht möglich ist das völlig freie Kreieren eines Designs. Das ist aber auch gut so - man verbringt ohnehin genug Zeit damit, sich für keine der wunderbaren Möglichkeiten entscheiden zu können.
Was die Signature Series weiters auszeichnet, sind der individuell formulierbare Schriftzug am Oberrohr (max. 20 Buchstaben, drei Schriftarten) und der künstlerische Wert - die Rahmen werden in den USA von Hand bemalt.













Hat man sich für ein Design entschieden, folgt der Individualisierung zweiter Teil: Antrieb und teilweise auch Brems-Optionen können gewählt werden, zur Verfügung steht so ziemlich alles, was am Schaltungsmarkt gut und erhältlich ist: Campagnolo, Shimano und Sram, Topgruppen, High-End-Ableger und hochwertige Arbeitstiere. Nach jeder Auswahl wird das Foto des Bikes aktualisiert, vorab informiert ein Tooltip, ob die Wahl den Gesamtpreis erhöht oder senkt. A propos: Die roten Zahlen im linken oberen Eck des Bildschirms geben Auskunft über den Preis der aktuellen Konfiguration und holen also jene auf den Boden der Realität zurück, welche in die himmlischen Sphären dieser schönen neuen Welt abzuheben drohen.


Zum Aussuchen: Schaltung und teilweise sogar Brems-Optionen

Auch Shimanos Di2 steht um feines Geld zur Wahl

Was die Komponenten betrifft, herrschen ebenfalls paradiesische Zustände: elf verschiedene Laufräder für alle Ansprüche und Einsatzgebiete, dreierlei Reifen, je vier Lenker und Sättel und zwei Vorbauten sowie Lenkerband-Arten stehen zur Wahl, hinzu kommen drei, vier, viele Farbvarianten bei allen genannten Parts plus Steuersatz und Sattelstütze. Wer beim Rahmendesign bereits in die Vollen gegriffen hat, kann hier die feinere Klinge schwingen, oder umgekehrt. Und natürlich ermöglicht dieses breite Teile-Spektrum eine perfekte Anpassung an individuelle Bedürfnisse – von der Möglichkeit, so manche Komponenten später beim Händler noch weiter zu spezifizieren, ganz abgesehen.


Abgefahren: Das Dekor der Aeolus-Laufräder kann perfekt auf den Rahmen abgestimmt werden

Mehr Farben als die Finger zählen können beinhaltet die Lenkerband-Palette

Resümee

Da steh‘ ich nun, ich armer Tor – und bin doch klüger als zuvor! Was ich gelernt habe:

1. Project One 2010 ist umfassender, durchdachter und faszinierender denn je.
2. Die eigene Entscheidungsfähigkeit verhält sich indirekt proportional zur Anzahl der Auswahl-Möglichkeiten.
3. Die Stunden vor dem Online-Konfigurator vergehen wie nyx, summieren sich aber gewaltig
4. Den Mehrwert eines Project One-Bikes kann, muss man aber nicht teuer bezahlen – der Konfigurator macht’s möglich
5. Ich will ein Trek Madone 6.9 Project One. Nur: Welches meiner vielen Lieblings-Designs soll ich nehmen?


Ene, mene

muh

und raus

bist du

raus

bist du

noch lange

nicht ...


Links

 Trek Homepage

 Trek Händler (Bikeboard Partnerhändler)



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Alt 27-01-2010, 20:13   #1
NoMan
früher mal Weltmeisterin
 
Registriert seit: Apr 2002
Ort: Wien Süd, gelegentlich Bad Hall (OÖ)
Beiträge: 818
Trek Project One: Eines wie keines

Postet hier eure Kommentare
NoMan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27-01-2010, 20:51   #2
NOS
not otherwise specified
 
Benutzerbild von NOS
 
Registriert seit: Nov 2008
Ort: Wien
Beiträge: 97
Blog-Einträge: 7
cool

Die Farben sind wirklich fein. Vorallem das Rosa...
NOS ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27-01-2010, 21:12   #3
Rednaxela
Oxxenkracherl
 
Registriert seit: Sep 2009
Ort: Bruck an der Mur
Beiträge: 184
ich würd das giftgrüne nehmen
__________________
o_O
Rednaxela ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27-01-2010, 22:42   #4
NoGrain
the slacker fka markusk
 
Registriert seit: Jul 2006
Ort: KO
Beiträge: 969
das schwarze für mich bitte!
__________________
http://blog.photing.com | http://asv2000.at | chaot #843

verkaufe:
Canon 1D mark2N
~120k Auslösungen, CPS-gepflegt, 2 original Canon Akkus, original Zubehör + OVP
NoGrain ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28-01-2010, 08:12   #5
sumpfmarie
MTB hat Identitätskrise
 
Benutzerbild von sumpfmarie
 
Registriert seit: Jul 2009
Ort: Wien
Beiträge: 70
und mit mountinger müssn wieder warten ist eh klar *grrrr*
sumpfmarie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28-01-2010, 08:40   #6
feristelli
><((°> oO °
 
Benutzerbild von feristelli
 
Registriert seit: Aug 2007
Ort: Budapest/Wien
Beiträge: 1.875
ganz weiß, ohne schriftzug, mit silber vorbau und komponenten hätt ich's gern, bitte!
ach so, das geht nicht. schade.

die idee ist nett, aber mehr als eine handvoll farben und designst gibt's nicht. und komponenten aussuchen kann ich bei jeden anderen shop auch.
__________________
wer einen rechtschreibfehler findet, darf ihn behalten.
feristelli ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28-01-2010, 11:14   #7
Amateur d'Lux
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: Jun 2009
Ort: Wien
Beiträge: 52
Zitat:
Zitat von sumpfmarie Beitrag anzeigen
und mit mountinger müssn wieder warten ist eh klar *grrrr*
fia de donauinsel reicht a oid's woff'nradl a!
Amateur d'Lux ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26-02-2010, 10:54   #8
zzeuzz
Registrierter Benutzer
 
Registriert seit: Feb 2010
Ort: Dresden
Beiträge: 9
Was alleine die lackierung kosten soll ist einfach nur frech. Für den Preis kann ich mir das vergolden lassen. Sehr gute Idee aber viel viel zu teuer umgesetzt.
zzeuzz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26-02-2010, 10:58   #9
WAWA
?
 
Benutzerbild von WAWA
 
Registriert seit: Dec 2008
Ort: St. Simmering
Beiträge: 405
Stimmt scho! Die Preise sind oarg!

Aber a nette Spielerei is des Ganze
WAWA ist offline   Mit Zitat antworten

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