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Canyon Spectral:ON CF & Neuron:ON 2020

Canyon Spectral:ON CF & Neuron:ON 2020

17.03.20 15:37 1.221Text: Luke BiketalkerFotos: CanyonMit dem Spectral:ON und dem Neuron:ON geht Canyon 2020 den Weg zur Vollintegration. Mit dem versteckten Shimano-Akku sind die E-Fullys kaum wiederzukennen.17.03.20 15:37 3.117

Canyon Spectral:ON CF & Neuron:ON 2020

17.03.20 15:37 3.117 Luke Biketalker CanyonMit dem Spectral:ON und dem Neuron:ON geht Canyon 2020 den Weg zur Vollintegration. Mit dem versteckten Shimano-Akku sind die E-Fullys kaum wiederzukennen.17.03.20 15:37 3.117

Alles neu am 130 mm E-Fully der Koblenzer. Für 2020 geht Canyon mit dem Neuron:ON - und auch dem 150 mm Bike Spectral:ON siehe weiter unten im Text - den Weg zur Vollintegration. Augenscheinlichste Änderung am Bike? Anstelle der vormals externen Batterie für den verbauten Shimano Steps E8000 setzt man für das neue Modell auf die interne Unterrohr-Akku-Lösung der Japaner. Dies macht zwar das Unterrohr etwas voluminöser, schafft dafür aber auch mehr Raum im Rahmendreieck (Stichwort Flaschenhalter!), erhöht die Steifigkeit des Bikes und senkt den Schwerpunkt. Aus Handling-Sicht durchaus positive Nachrichten. Vielfach vernimmt man aus der Industrie, interne Akkus würden ob der dazu nötigen Bauweise am Rahmen ein Mehrgewicht von etwa 500 g bedeuten. Canyon behauptet hingegen mit seinem neuen Modell keine Extra-Pfunde in System zu bringen. Und um gleich bei der Elektronik zu bleiben: der 504 Wh Akku wird mittels formschön im Oberrohr integriertem Startknopf aktiviert. Ein ebendort platzierter, wetterfester USB-C-Port schließlich ermöglicht zusätzlich die Versorgung von Licht, GPS oder Smartphone. Das Neuron:ON wir so unterwegs sozusagen zur Powerbank - einzig die kleinste Rahmengröße muss aus Platzgründen auf dieses Feature verzichten.

Canyon nennt sein Neuron:ON Trailbike, zielt damit aber sehr wohl auch stark auf den klassischen Tourenfahrer ab. Vielseitig talentiert soll es sein, das Alu-Fully, dabei “ausgewogener ausbalanciert zwischen Klettern und Abfahren“. Lange Anstiege und hunderte Höhenmeter effizient überwinden, das sei aber die größte Stärke des Neuron:ON. Dem Einsatz als klassisches Tourenbike mit Geländereserven trägt auch die Geometrie Rechnung, kommt entsprechend mit vom Vorgänger nahezu unveränderten Daten. Ein modern aber nicht übermäßig langes Oberrohr trifft dabei auf 66,5/67,5 Lenkwinkel. Einzig der Sitzwinkel wurde mit 75/74,5° eine Nuance steiler.

Zwei Laufradgrößen am Canyon Neuron:ON

Was Canyon definitv anders macht als die Konkurrenz, ist das Größen-Angebot. Nicht nur hat man Rahmenhöhen von XS bis XL im Programm, kann damit Körpergrößen von etwa 153 bis 192 cm versorgen. Vielmehr kommen die Größen XS uns S mit 27.5“ und etwas weniger Federweg, die Größen M, L und XL mit 29“ und etwas mehr Federweg. Man wolle damit Fahrern jeder Körpergröße das gleiche Fahrgefühl bieten. Grund genug für Canyon dafür mehr oder minder zwei Hinterbauten zu entwickeln. Zwar könnte auch ein XS-Rahmen mit 29“ gebaut werden, besser in Sachen Fahrbarkeit und Kontrolle passt dazu aber das Maß 27.5“, mit seiner resultierenden niedrigeren Überstandshöhe und kürzeren Gabeleinbaulänge. Dank kürzerem Dämpfer verfügen die 27.5“ Modelle über 125 mm Federweg, 5 mm weniger als am 29er. Außerdem wird der Federweg der Gabel von 130 (29“) auf 120 mm reduziert - der Lenwinkel flacht dabei dennoch auf 66,5° ab. Und auch die Kinematik der kleinen Größen wurde an das (zu erwartende) niedrigere Gewicht kleiner Piloten und Pilotinnen angepasst. Während der Dämpfer-Tune über alle Größen hinweg gleich bleibt, hat man die Raderhebungskurve etwas angepasst, um den Hinterbau (noch) linearer zu gestalten. Leichtere Fahrer sollen dadurch eine deutlich bessere Fahrwerks-Performance erleben können, welche sonst durch die für erheblich höheres Gewicht optimierten Luft-Dämpfer nicht immer gegeben ist. Doch auch der Hinterbau der 29er ist laut Canyon recht linear gestaltet, um auch bei „normaler“, sprich nicht „aggressiver“ Marketing-Video-Fahrweise das Maximum aus den Federelementen kitzeln zu können - wer mehr Progression benötigt, kann sich diese via Volume-Spacer ja jederzeit holen…

Modelle und Ausstattung

Der Motor ist durch eine zusätzliche Platte gegen Aufsetzer und Schläge geschützt, alle Modelle rollen auf 2.6" Pneus über die Trails. Fox DPS oder RockShox Deluxe Select arbeiten im Hinterbau, an der Front übernimmt je nach Variante eine Fox 34 oder RockShox Pike/Recon RL Federgabel. Speziell für den E-Bike Einsatz verbauen die Koblenzer zuverlässige Shimano Naben mit Stahl-Freilaufkörpern, dazu gibt es E-MTB-spezifische Sättel, eigene Griffe und eine Lenker/Vorbau-Kombination mit integrierter Zugverlegung. Vier-Kolben-Bremsen und 203 mm Scheiben an der Front sind ebenfalls Serie. Die kleineren Laufäder verbauen dazu 180 mm, die größeren 203 mm Scheiben am Heck, stets verzögert von Zwei-Kolben-Bremserei. Der Einstiegspreis für das Neuron:ON 7.0 und WMN 7.0 liegt bei € 3.599,00. Darüber sind ab sofort auch das Neuron:ON 8.0 (€ 3.999,00) sowie das Neuron:ON 9.0 (€ 4.499,00) im Canyon-Onlineshop zu ordern.

Spectral:ON CF 2020

Neben dem Neuron:ON erfährt auch das abfahrtslastigere Spectral:ON CF ein standesgemäßes Update im Sinne der Integration. Das vordere Rahmendreieck wird hier nun über alle Modelle hinweg aus Carbon gefertigt, der Akku wandert wie am Neuron:ON zur Gänze ins Unterrohr - die somit erzielten Performance-Vorteile durch den tieferen Schwerpunkt und den steiferen Rahmen sind ebenfalls analog zum Neuron:ON.

Geblieben sind 150 mm Federweg und das Vertrauen ins Shimanos Steps E8000 Antrieb. Dafür konnte der Rahmen dank Carbon einerseits steifer, andererseits auch leichter gebaut werden und den Intube-Akku formschön integrieren. Dazu wurden die Kettenstreben im Sinne besserer Klettereigenschaften und mehr Laufruhe um 5 mm auf 430 mm verlängert, der Lenkwinkel etwas abgeflacht. Ansonsten blieb die eher moderat gehaltene Geometrie weitestgehend unverändert. Während das Neuron:ON auf größenabhängige Laufraddimensionen setzt, kommt das Spectral:ON über alle vier Rahmengrößen (S bis XL) mit einem Mix aus 29 x 2.5“ Reifen am Vorderrad und 27 x 2.6“ am Hinterrad. Im Vergleich zum Vorgänger verspricht man sich aus etwas schmäleren Hinterreifen mehr Präzision und ein weniger schwammiges Gefühl in schnellen Kurven.

Apropos schnell - auch an der „Gangart“ des Piloten hat Canyon für das neue Modell Hand angelegt. Hörte man am Vorgängermodell auch bei flotten Fahrern immer wieder von nicht zur Gänze nutzbarem Federweg am Hinterbau, wurde die Kinematik für 2020 spürbar linearer gestaltet. Dadurch soll das Rad an Vielseitigkeit gewinnen - wer einen magischen Teppich sucht, fährt in der Standardkonfiguration, auf der Suche nach mehr Progression für Sprünge und radikalere Fahrweise helfen die beigelegten Volume Spacer für den Luftdämpfer (Fox DPX2 oder RockShox Super Deluxe Select). Im Steuerrohr stecken je nach Modell Fox 36 oder RockShox Lyrik-Gabeln, verzögert wird durch die Bank mit 203 mm Discs und standfesten Vier-Kolben-Bremsen.

Auch am Spectral:ON ist der Power-Knopf nobel ins Oberrohr eingelassen - USB-C-Ladebuchse für Smartphone, GPS und Co. inklusive. Dazu gibt es einen eigens entwickelten E-Bike Sattel SD:ON mit mehr Abstützung nach hinten, die ebenfalls eigens entwickelten Kettenblätter und der Motor werden durch ein zusätzliches Motorcover mit integriertem Bashguard geschützt. Das Topmodell verfügt zusätzlich über Canyons neue integrierte Lenker/Vorbau-Kombi, welche geschickt saubere Zug- und Kabelverlegung mit Steifigkeit und Komfort kombiniert. Macht unterm Strich beim Topmodell Spectral:ON CF 9.0 in Medium 21,6 kg - stolze 1.100 g weniger als am Vorgängermodell.

Modelle Spectral:ON 2020

Das im direkten Vergleich zum Neuron:ON deutlich abfahrtslastigere Trailbike Spectral:ON kommt für die Saison 2020 wie bereits erwähnt in vier Größen von S bis XL und deckt somit eine recht breite Palette von Körpergrößen zwischen 166 und 192 cm ab. Vier Modelle stehen zur Auswahl: Spectral:ON CF 7.0 sowie CF WMN 7.0 (4.599 Euro), Spectral:ON CF 8.0 (5.599 Euro) und Spectral:ON CF 9.0 (6.999 Euro). Alle Räder sind ab Dienstag, 17. März exklusiv unter canyon.com erhältlich.

  • Spectral:ON CF 9.0Spectral:ON CF 9.0Spectral:ON CF 9.0
    Spectral:ON CF 9.0
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    Spectral:ON CF WMN 7.0
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Ergebnis 1 bis 2 von 2
  1. #1
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    Canyon Spectral CF & Neuron:ON 2020

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  2. #2
    Ex-Randonneur Avatar von Rowerek
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    Die Abstützung des Sattels nach hinten für steile Bergaufstücke ist eine Bauernfängerei. Wer da noch so weit hinten sitzt, riskiert eine Rolle rückwärts. Außerdem ist der Sattel in der Herrenvariante ebenfalls 150mm breit (zumindest beim Spectral:ON 2019), genau so wie das Damenmodell. Ich glaube, für den durchschnittlichen Sitzknochenabstand wäre schmäler besser. Für mich war schon bei der Erstausfahrt klar, das wird nichts mit dem Sattel. Deutlich zu breit. Bisher hatte ich immer Selle Italia SLK oder SLR in 130mm. Habe jetzt die Sitzknochenmessung von SQLab gemacht, 9cm. Mit einem SQLab 611 Ergowave Active in 12cm Breite (1cm schmäler als meine Selle Italia, dafür deutlich flacher und fast keine abgerundeten Flanken) passt es.
    Frage zum Intube Akku: Wie sind die genauen Abmessungen des Akkus? Leider sind die nirgendwo zu finden. Ich habe mir einen (externen) Zusatzakku gekauft, der passt perfekt in meinen Camelbak Blowfish. Mit einem längern bräuchte man vermutlich schon einen höheren Wander- oder Tourenrucksack, der dann bei steilen Bergabpassagen immer auf den Helm drückt.
    (Pfotenabdruck wegen Markenrechtsverletzung entfernt)