schon aufgrund des "hell of the north" Schriftzuges werd ich mir den Reifen zulegen
Rechtzeitig vor Beginn der Frühjahrsklassiker erhielten die von Specialized unterstützten Profi-Teams brandneue Turbo Cotton Falt- und S-Works Turbo Schlauchreifen in 28 Millimetern Breite. Zur gleichen Zeit stellte man uns ebenfalls einen Satz Turbo Cotton Clincher zur Verfügung, den wir lange vor dem offiziellen Launch bei trockenen, nassen und All-Terrain-Bedingungen testen durften. Im Vergleich zur bestehenden Palette besitzen die Hochleistungs-Rennradreifen neben der breiteren Dimension eine verstärkte Seitenkarkasse, einen extrabreiten Laufstreifen und eine profilierte Rollfläche am Mittelstreifen. Gleichgeblieben ist die sensationelle Gripton-Gummimischung mitsamt der seidenweichen 320tpi-Karkasse. Das Gewicht stieg um rund 20 Gramm gegenüber des 26er- bzw. um 50 Gramm gegenüber des 24er-Faltreifens.
Breite | Mischung | Karkasse** | Farben | Gewicht* | TPI* | Pannenschutz | Lauffläche | UVP | |
Turbo Cotton 24 mm | 24 mm | Gripton | 320 TPI Polycotton | schwarz | 210 g | 115-125 | BlackBelt | Slick Center 32 mm | 59,90€ |
Turbo Cotton 26 mm | 26 mm | Gripton | 320 TPI Polycotton | schwarz | 240 g | 115-125 | BlackBelt | Slick Center 32 mm | 59,90€ |
Turbo Cotton 28 mm | 28 mm | Gripton | 320 TPI Polycotton | schwarz | 260 g | 85-95 | BlackBelt, extraverstärkt | Profiliert 40 mm | 59,90€ |
* Herstellerangaben
** Baumwoll-Polyester-Mischgewebe
Auf einer elastischen 320tpi-Karkasse aus Baumwoll-Polyester-Mischgewebe mit Latex-Imprägnierung sitzt die Lauffläche aus Specializeds schnellem Gripton-Dual-Compound. In Bezug auf den Rollwiderstand gibt die Mischung in der Laufflächenmitte den Ton an, denn dort besitzt der Reifen eine etwas härtere Gummimischung als an den Rändern. Diese soll rund 15% weniger Rollwiderstand aufweisen als beim gewöhnlichen S-Works Turbo mit Mono-Compound. Im Vergleich zu vollständig vulkanisierten Faltreifen ermöglicht dieses aufwendige Herstellungsverfahren eine immens hohe Geschmeidigkeit der Reifenkarkasse und garantiert somit hohen Komfort und Wahnsinnsgrip in den Kurven.
Das Profildesign wurde dem hauseigenen SW Turbo-Schlauchreifen aus dem Pro-Tour-Sport entlehnt und - um den verschärften Frühjahrsbedingungen gerecht zu werden - am Mittelstreifen mit einer profilierten Diamant-Lauffläche versehen. Ferner wuchs die tatsächliche Laufflächenbreite um überproportionale 8 Millimeter gegenüber den 24/26er-Versionen an. Damit kann der Reifen mit extrem niedrigen Drücken gefahren werden, ohne jedoch mit seiner Baumwollkarkasse den rauen Untergrund zu berühren. Hohen Pannenschutz gewährleistet der proprietäre BlackBelt-Gürtel, welcher im Bereich der Seitenkarkasse ebenfalls verbreitert und verstärkt wurde. Trotz all dieser Maßnahmen bringt der Reifen gerade mal 261 Gramm auf die Waage.
Hell of the North.
Schriftzug am 28er-FaltreifenDie Reifendruckangabe liegt zwischen 85 und 95 psi, was umgerechnet etwa 5,9 bis 6,5 Bar entspricht. Je nach Fahrergewicht und Einsatz kann man den Druck natürlich noch weiter senken - ich entschied mich bei 80 kg Systemgewicht für 5 Bar im All-Terrain-Einsatz und 6 Bar auf der Straße. Einige Male fuhr ich sogar mit weit weniger als 5 Bar, wobei mir dann das träge Einlenkverhalten auf Asphalt ungut auffiel.
Was anfangs mehr als Gag zur fotografischen Dokumentation des Themas "Hell of the North" gedacht war, entwickelte sich zu einer echten Passion. So ließ ich trotz des straffen Specialized Venge Vias Disc Aerobikes nur mehr wenige Schotterwege links liegen und versuchte mit gemäßigter Hingabe den Reifen an die Grenzen seiner Haltbarkeit zu bringen - bisher ohne Erfolg.
24 mm | 26 mm | 28 mm | |
Wettkampfrad Asphalt only | |||
Wettkampfrad All-Terrain | |||
Marathon und Granfondo | |||
TT- und Triathlonräder Vorderreifen | |||
TT- und Triathlonräder Hinterreifen | |||
Gravel Racer | |||
Gravel Endurance | |||
Cyclocross |
Specialized Turbo Cotton 28 | |
---|---|
Modelljahr: | 2017 |
Testdauer: | > ein Monat |
+ | Wahnsinnsgrip |
+ | Hoher Komfort |
+ | Niedriger RoWi |
+ | Guter Pannenschutz |
o | Trägeres Fahrverhalten |
BB-Urteil: | Der neue Maßstab für Grip und Komfort. |
Der neue Turbo Cotton Faltreifen in 28 Millimetern übertrifft in Grip, Komfort und Pannenschutz seine beiden schmäleren Brüder - über den Rollwiderstand liegen uns keine aktuellen Daten vor. Der "Hell of the North" ist ein reinrassiger All-Terrain-Wettkampfreifen, empfiehlt sich allerdings auch für Marathonisti und Trainings-Connaisseure, besonders bei schlechten Straßenbedingungen - breite Felgenbetten und ausreichend Rahmen- bzw. Gabelfreiheit vorausgesetzt.
Mit dem gleichen Dual-Compound wie die Turbo Cottons in 24 bzw. 26 mm ausgestattet, glänzt der Faltreifen zudem mit ausgezeichnetem Nassgrip und höchstem Fahrkomfort, deren Effekte mit einer weiteren Verringerung des Drucks verbessert werden können.
Das Vorurteil, dass sich Baumwollkarkassen mit Wasser vollsaugen, bestätigte sich nicht, was wohl an der speziellen Latex-Imprägnierung liegen dürfte; jedenfalls konnte ich bei bzw. nach Regenfahrten keinerlei negative Effekte feststellen. Ein anschließender Labortest, bei dem ich den Reifen über eine Stunde lang vollständig in Wasser eintauchte, resultierte in einem Mehrgewicht von weniger als 1,5 Gramm.
The Hell of the North tire rolls fast, grips very well and absorbs a lot of shocks from rolling over the classic Flemish pavé.
Peter Sagan, SuperstarPoste hier Fragen oder Kommentare zu diesem Beitrag.
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schon aufgrund des "hell of the north" Schriftzuges werd ich mir den Reifen zulegen
Ist Sagan diesen Reifen bei P-R gefahren? Wenn ja war der aber nicht gerade zuverlässig.
Sehr interessant ! Ist das Laufflächen Profil bei allen drei Reifenbreiten das gleiche ?
lg
So wie ich das mitbekommen habe, hatte er zu Beginn des letzten Drittels einen Patschen mit seinem Specialized Laufrad und bekam dann vom neutralen Materialwagen ein anderes Laufrad. Da er mehrfach fragend nach unten geblickt hat, war er mit dessen Performance wohl nicht unbedingt glücklich...
Ich konnte dann nicht mehr weiter schauen, aber müsste er den zweiten Patschen nicht mit dem neutralen Reservelaufrad gehabt haben?
Theoretisch ist er den Turbo Schlauchreifen gefahren, wir haben hier den Clincher getestet.
Die Patschengeschichte war sicherlich unglücklich. Hätte er gewonnen, wäre es allerdings eine coole Werbung gewesen.Und über die generelle "Zuverlässigkeit" eines Kaufreifens sagt der Patschen eines Profipneus bei so einem extremen Rennen auch nur bedingt was aus. Das ist mMn reines Glück oder Unglück, bzw. Mut zum Risiko, denn da ist das Material aller Hersteller am Limit. Defekte gibts in jedem Team.
Alle mit Spezi ausgerüsteten Teams sind mit dem Turbo Cotton gefahren, auch Boonen und der Zweite dessen Namen ich auch schon wieder vergessen habe. Also Shit happens nicht weniger aber auch nicht mehr.
24 und 26 mmDistortion
Sehr interessant ! Ist das Laufflächen Profil bei allen drei Reifenbreiten das gleiche ?
lg
28 mm
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Besser ein warmes Bier
als ein kaltes Herz
Dr. Marco Pogo
Danke, habe wohl die Bilder ohne Brille angesehen.
Welcher Schlauch wurde verwendet?
Gibt's den nicht auch tubeless?
Es ist ein offenes Geheimnis, dass viele Teams die eigenen Laufflächenprofile (bzw. die des Reifensponsors) zu Dugast schicken und dort weiterverarbeiten lassen. Gerade im Cyclocross oder bei Klassikern. Ob das in diesem Fall auch so ist, weiß ich persönlich nicht.